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Hier finden Sie Themen und Texte, manchmal auch Bilder, rund um das Thema "HOSPIZ" - STERBEBEGLEITUNG und TOD. Es sind Texte, die unser Anliegen in irgendeiner Form aufgreifen und behandeln. Das können Fachtexte, Diskussionsbeiträge, Impulse und Anstöße, aber auch Gedichte und Bilder. Falls Sie einen interessanten Beitrag haben, schicken Sie ihn uns, damit wir ihn auf diese Weise vielen Lesern zugänglich machen können.
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TEXTE
Bitten eines Sterbenden an seinen Begleiter Sterbehilfe Phil Bosmans: An den Tod denken Menschenwürde Umgang mit Trauer Mit dem Tod leben Hoffungstexte aus der Bibel künstliche Ernährung: Ja oder Nein? - ein Interview Der gute Tod - Gedanken zur Sterbehilfe
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BILDER - LITERATUR
van Gogh: An der Schwelle der Ewigkeit Anne-Louis Girodet-Trioson:Atalas Begräbnis Gedichte Gebete
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Sterbehilfe
Sterbehilfe geben bedeutet: dem anderen in einer Weise nahe sein, die ihn befähigt, die verbliebenen Lebensmöglichkeiten so weit wie möglich persönlich zu gestalten und seinen eigenen Tod zu sterben. Sterbehilfe umfasst alle ärztlichen und pflegerischen Hilfeleistungen in der letzten Lebensphase oder in einem todbringenden Krankheitsprozess und jede geistig-seelische Hilfe der den Sterbenden begleitenden Menschen. Beim Sterbenden sollte in der Behandlung besonders beachtet werden, wie der die Symptome und Krankheitsphänomene erlebt und erleidet, um ihm sein Leben entsprechend erleichtern zu können. Dies verlangt von jedem Begleiter eines Sterbenden, vor allem von den Angehörigen der heilenden Berufe, dass sie die Sprache des Sterbenden verstehen lernen...Schließlich umfasst Sterbehilfe alle Vorgänge der Begleitung eines Sterbenden, die es diesem erleichtern, sich gerade mit seinem Sterben und seinem Tod auseinander zusetzen, und, soweit es ich möglich ist, zur Annahme der Wirklichkeit zu gelangen. Dazu gehören: Das wahrnehmen, was den Sterbenden bedrückt, auf seine Signale eingehen, Zeit haben im Zuhören und Verstehen, das Akzeptieren negativer Gefühle und Reaktionen... Auch das gemeinsame Aushalten von Schweigen und Ohnmacht gehören dazu.
(Menschenwürdig und christlich sterben. Hrsg. Vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz ) zurück
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Ratschläge eines Sterbenden An seinen Begleiter (Freund, Angehörigen, Bekannten)
1. Lass nicht zu, dass ich in den letzten Augenblicken entwürdigt werde. Das heißt: Lass mich, wenn es irgend einzurichten ist, in der vertrauten Umgebung sterben.
2. Bleibe bei mir, wenn mich jetzt Zorn, Angst, Traurigkeit und Verzweiflung heimsuchen. Hilf mir, zum Frieden hindurchzugelangen.
3. Denke dann nicht, wenn es so weit ist und du ratlos an meinem Bett sitzt, dass ich tot sei. Das Leben dauert länger, als die Ärzte sagen. Der Übergang ist langwieriger, als wir es bisher wussten. Ich höre alles, was du sagst, auch wenn ich schweige und meine Augen gebrochen scheinen. Drum sag nicht irgendetwas, sondern das Richtige. Du beleidigst nicht mich, sondern dich selbst, wenn du jetzt mit deinen Freunden belanglosen Trost erörterst und mir zeigst, dass du in Wahrheit nicht mich, sondern dich selbst bedauerst, wenn du nun zu trauern beginnst.
4. Das Richtige, was du mir jetzt sagen möchtest – auch wenn ich dich nicht mehr darum bitten kann -, wäre zum ersten das, was es mir nicht schwer, sondern leichter macht, mich zu trennen. Ich wusste es auch längst, bevor du oder der Arzt es mir mit Euren verlegenen Worten eröffnet hattest. Mitleid ist jetzt nicht angebracht. Zeig mir den Mut, der sich abfindet, nicht den haltlosen Schmerz. Es macht mich freier.
5. Ich höre, obwohl ich schweigen muss und nun auch schweigen will. Halte meine Hand. Ich will es mit der Hand sagen, wischen mir den Schweiß von der Stirn. Streiche die Decke glatt. Bleib bei mir. Wenn nur noch die Zeichen sprechen können – so lass sie sprechen.
6. Dann wird auch das Wort zum Zeichen. Jetzt hättest du mehr von mir zu lernen, als ich von dir. Ich blicke schon durch die Tür. Jetzt, da ich davongehe, wünsche ich, dass du das Gute erkennst, dass Gott uns jetzt schickt. Klage nicht an – es gibt keinen Grund. Sage Dank – ich werde Gott schauen.
7. Nimm mit dir, was wir zusammen erlebt haben – als ein kostbares Vermächtnis. Lass mein Sterben dein Gewinn sein. Leb dein Leben fortan ein wenig bewusster, als dein »Leben vor dem Tod« zurück
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Nach Art. 1 Abs. 1 GG ist die Würde des Menschen unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Aufgabe aller staatlichen Gewalt. Unter Menschenwürde versteht man den inneren und zugleich sozialen Achtungs- und Wertanspruch, der dem Menschen als Träger höchster geistiger und sittlicher Werte zukommt. Der Mensch darf daher keiner Behandlung ausgesetzt werden, die ihn zum bloßen Objekt staatlichen Handelns degradiert. Typische Fälle der Verletzung der Menschenwürde sind z. B. Sklaverei, Folter, Menschenversuche oder die Vernichtung so genannten lebensunwerten Lebens. zurück
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Warum sollten wir das Tabu durchbrechen, das uns hindert, vom Tod zu sprechen und an ihn zu denken?
Weil wir nicht erfüllt leben können, solange wir unsere Endlichkeit und unseren unausweichlichen Tod nicht wahrhaben wollen. Unser Leben wird dann reich, wenn wir erkennen, dass wir wie die Schneeflocken sind. Jeder einzelne von uns ist wunderbar und einzigartig. Und: wir leben nur eine kurze Zeit. E.Kübler-Ross
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Die zwei Kammern
Eines Tages begegnete ich einer alten Frau. Ihr Gesicht hatte Furchen, kreuz und quer. Über ihren Augen zogen sich traurige Linien zusammen, aber in ihren alten Wangen waren die Grübchen ihres Lachens geblieben. Sie schaute mich an und sagte: "In deinem Gesicht ist lauter Trauer, deine Augen sind ohne Glanz, und dein Mund ist hart geworden. "Ich bin in Trauer", sagte ich entschuldigend. Da sagte die alte Frau: "Richte in deinem Herzen zwei Kammern ein, eine für die Freude und eine für die Trauer. Kommt Trauer über dich, dann öffne die Kammer der Trauer. Kommt aber Freude über dich, dann öffne die Kammer der Freude." Und mit einem Lächeln fügte sie bei: "Den Toten ist es wohler in den Kammern der Freude."
Charlotte Knopfli-Widmer zurück
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Gedichte
All die kleinen Pflanzen in meinem Garten sterben in die Erde hinein.
Ich aber - wohin sterbe ich?
Arnhild Lensch zurück
Tod, Leben
Tod, das ist nicht ein letztes Mal aushauchen und in die Grube fahren. Tod ist die Verwandlung dieses Lebens in ein anderes Leben - nur ein Übergang.
Dieses Leben ist Gebundenheit und Begrenztheit. Das neue Leben ist Ungebundenheit und Unbegrenztheit, denn wir sind eins mit Gott. Wir selber nehmen göttliches Leben an.
Lasst uns gehen! Schnell! Wir gehen nach Hause ...
Bernd von Bredow
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Allerseelen
Bemooste Frauengestalt aus grauem Stein über alten Gräbern. Welke Blätter knistern unter den Schritten wie Papier, und die Sonne schläft weiß zwischen Ästen. In der Dämmerung säen freundliche Hände rote Lichter auf die Gräber, die leuchten wie Mohnblumen zum stillen Fest der Toten.
Pamela Helmer
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Gebete
Herr, ich verstehe den Tod nicht, auch nicht beim Anblick eines Toten. Ich weiß, auch ich werde sterben irgendwann oder demnächst ... Dein Wort verheißt ewiges Leben, denen, die auf Dich hoffen. Auch das verstehe ich nicht. Aber ich möchte glauben, ich möchte leben! - Herr, Dein Wille geschehe.
Gott, zu dir rufe ich: In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht. Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht. Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe. Ich bin unruhig, aber bei dir ist der Friede. In mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld. Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den Weg für mich.
Dietrich Bonhoeffer
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Hoffnungstexte aus der Bibel
Aber vielleicht fragt jemand: »Wie soll denn das zugehen, wenn die Toten auferweckt werden? Was für einen Körper werden sie dann haben?« Wie kannst du nur so fragen! Wenn du einen Samen ausgesät hast, muss er zuerst sterben, damit die Pflanze leben kann. Du säst nicht die ausgewachsene Pflanze, sondern nur den Samen, ein Weizenkorn oder irgendein anderes Korn. Gott aber gibt jedem Samen, wenn er keimt, den Pflanzenkörper, den er für ihn bestimmt hat. Jede Samenart erhält ihre besondere Gestalt. Außer den Körpern auf der Erde aber gibt es auch noch solche am Himmel. Die Himmelskörper haben eine andere Schönheit als die Körper auf der Erde, und unter ihnen leuchtet die Sonne anders als der Mond, der Mond wieder anders als die Sterne. Auch die einzelnen Sterne unterscheiden sich voneinander durch ihren Glanz. So könnt ihr euch auch ein Bild von der Auferstehung der Toten machen. Was in die Erde gelegt wird, ist vergänglich; aber was zum neuen Leben erweckt wird, ist unvergänglich. Was in die Erde gelegt wird, ist armselig; aber was zum neuen Leben erweckt wird, ist voll Herrlichkeit. Was in die Erde gelegt wird, ist hinfällig; aber was zum neuen Leben erweckt wird, ist voll Kraft. Was in die Erde gelegt wird, war von natürlichem Leben beseelt; aber was zu neuem Leben erwacht, wird ganz vom Geist Gottes beseelt sein. Wenn es einen natürlichen Körper gibt, muss es auch einen vom Geist beseelten Körper geben. Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge: Erster ist Christus; dann folgen, wenn Christus kommt, alle, die zu ihm gehören. Danach kommt das Ende, wenn er jede Macht, Gewalt und Kraft vernichtet hat und seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt. Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod. Paulus an die Korinther (1.Brief Kap. 15) Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe. 1.Kor. 13,13
Gott, unser Vater, hat uns seine Liebe erwiesen und uns in seiner Gnade einen ewig gültigen Trost und eine sichere Hoffnung geschenkt. 2.Thess.2,16
Er wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben und keine Traurigkeit, keine Klage und keine Quälerei mehr. Was einmal war, ist für immer vorbei.« Dann sagte der, der auf dem Thron saß: »Jetzt mache ich alles neu!« Offenbarung 21, 4.5
Wenn wir leben, leben wir für den Herrn, und wenn wir sterben, sterben wir für den Herrn. Wir gehören dem Herrn im Leben und im Tod. Römer 14,8
Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Jesus Christus im Johannes-Evangelium 11,24
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An den Tod denken. Ein unheimlicher Gedanke. Wir sind für das Leben gemacht und müssen doch sterben. Mit der Freude am Leben geht Hand in Hand die Angst vor dem Tod. In dem wunderbaren Spiel des Lebens ist er der Spielverderber, der überall mitmischt. Wir werden den Tod nicht los. Keiner kommt mit ihm zu Rande.
Viele meinen, es wäre am besten, einfach nicht an den Tod zu denken. Der Tod wird totgeschwiegen. Aber vor dem Tod hilft keine Vogel-Strauss-Politik. Mit dem Gedanken an den Tod stehen wir vor der Frage nach Sinn oder Unsinn von allem, nach Gott oder dem Nichts.
Halten wir uns den Tod ruhig vor Augen, dann bekommen wir einen neuen Blick. In jeder Angst vor dem Tod liegt auch ein Keim der Hoffnung auf Leben. An den Tod denken muss nicht lähmen. Neues kommt in Gang. Das Leben wird intensiver. Es verlagern sich die Gewichte. Was vorher so wichtig schien, wird auf einmal bedeutungslos. Es öffnen sich ungeahnte Ausblicke: auf ein Leben ohne Angst und Qual, in Glück und Seligkeit, voller Liebe.
Sterben ist unheimlich, wenn du blindlings in ein Land gehst, an das du noch nie gedacht hast, von dem du noch nie geträumt hast. Sterben lässt sich leichter hinnehmen, wenn du gelernt hast, loszulassen, wenn sich dein Inneres geöffnet hat für das Geheimnis, das dich nach dem Tod erwartet. Dann spürst du, wie etwas von der neuen Welt bereits zu dir kommt. Dann ist der Tod keine undurchdringliche Mauer mehr, sondern ein Durchgang, eine neue Geburt.
Wenn du glauben kannst, dass ein Gott da ist, der dich gern hat, nicht nur, wenn du lebst, sondern noch mehr, wenn du stirbst, dann heißt sterben: wie ein Kind heimfinden zum Vater, in ein Land, wo alles gut ist und wo das Leben erst endgültig beginnt in einem ewigen Jetzt. Phil Bosmans
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Die amerikanische Koma-Patientin Terri Schiavo hat das Thema künstliche Ernährung ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Und bei vielen Menschen Angst und Unsicherheit geschürt. "In Deutschland kann niemand gegen seinen Willen künstlich ernährt werden", sagt Professor Christian Löser, Chefarzt der Medizinischen Klinik des Roten Kreuz Krankenhauses Kassel.
Herr Löser, in welchen Fällen werden Patienten künstlich ernährt?
Christian Löser: Grundsätzlich muss eine künstliche Ernährung erwogen werden, wenn ein Patient aufgrund einer Erkrankung nicht mehr oder nicht mehr ausreichend Nahrung zu sich nehmen kann.
Um welche Erkrankungen handelt es sich dabei?
Löser: Einer künstlichen Ernährung kann eine Vielzahl von Erkrankungen zu Grunde liegen. In 50 Prozent aller Fälle handelt es sich um neurologische Erkrankungen. Beispielsweise Patienten, die einen Schlaganfall erlitten haben, und nun unter Schluckstörungen leiden. Aber auch Krebspatienten mit Tumoren in Hals, Speiseröhre und Magen müssen häufig zusätzlich künstlich ernährt werden.
Über welchen Zeitraum?
Löser: In den meisten Fällen werden die Patienten nur vorübergehend künstlich ernährt. Das kann in kritischen Phasen, zum Beispiel während einer Chemotherapie, nötig sein, um Konstitution, Gewicht und Lebensqualität des Patienten zu erhalten. Sobald sich sein Gesundheitszustand bessert, kann die künstliche Ernährung ohne Komplikationen beendet werden.
Wie viele Patienten werden in Deutschland künstlich ernährt?
Löser: Uns liegen keine exakten Zahlen vor, doch wir gehen von etwa 160 000 Fällen pro Jahr aus. Ohne die künstliche Ernährung wäre die Medizin heute um einiges ärmer.
Dennoch haben viele Menschen Angst vor der Behandlung.
Löser: Der Fall Schiavo hat das Thema ins Bewusstsein der Menschen gerückt. Viele Patienten sprechen mich an, weil sie unsicher und verängstigt sind. Sie fürchten, dass sie mit der Einwilligung für oder gegen die künstliche Ernährung ihr Todesurteil unterschreiben.
Zu Recht?
Löser: Nein. Die Entscheidung für oder gegen eine künstliche Ernährung ist weder dramatisch noch endgültig. In Deutschland kann niemand gegen seinen Willen künstlich ernährt werden.
Was ist mit Patienten, die ihren Willen nicht mitteilen können?
Löser: Dieser Fall ist rechtlich genau geregelt. Liegt ein Patient im Koma, der seinen Willen vorher weder schriftlich noch mündlich mitgeteilt hat, wird vom Gericht ein Betreuer - oft der nächste Angehörige - bestimmt, der zum Wohl und im Sinne des Patienten entscheidet. Wir Ärzte würden uns jedoch wünschen, dass mehr Menschen ihren Willen in Form einer Patientenverfügung mitteilen würden. So ist gewährleistet, dass sie ihr Selbstbestimmungsrecht auch wahrnehmen können.
Wie kann eine solche Patientenverfügung aussehen?
Löser: Es gibt entsprechende Vordrucke, doch es müssen keine vorformulierten Sätze sein. Die Patienten können in der Verfügung bis ins kleinste Detail regeln, in welchen Fällen sie wie künstlich ernährt werden möchten, und wann die künstliche Ernährung eingestellt werden soll. Wichtig zu wissen: Diese Entscheidung kann vom Patienten jederzeit revidiert werden.
Inwieweit haben Angehörige Mitspracherechte?
Löser: Angehörige haben juristisch keine Entscheidungsrechte. Es gilt allein der Wille oder der mutmaßliche Wille des Patienten.
Der Fall Schiavo hat eine Debatte über die Ethik der künstlichen Ernährung ausgelöst. Was entgegnen Sie Kritikern?
Löser: Ob künstliche Ernährung für einen Patienten sinnvoll ist, muss individuell unter medizinischen und ethischen Aspekten entschieden werden. Es geht nicht darum, ein nicht lebenswertes Leben künstlich zu verlängern. Die zentrale Frage lautet: Kann ein Patient in Bezug auf seine Lebensqualität von einer künstlichen Ernährung profitieren?
Ein Entwurf des Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten und Krankenkassen sieht vor, dass künstliche Ernährung künftig nur noch in wenigen Fällen von der Krankenkasse bezahlt werden soll. Was sagen Sie als Experte dazu?
Löser: Dieser Vorschlag ist weder medizinisch noch ethisch vertretbar. Die Krankenkassen sind verpflichtet, medizinisch notwendige Behandlungen zu bezahlen. Durch klinische Studien können wir belegen, dass künstliche Ernährung bei der Behandlung vieler akuter und chronischer Erkrankungen sinnvoll und effizient ist. Deshalb muss künstliche Ernährung auch künftig vollständig von der Krankenkasse bezahlt werden.
21.04.2005
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